Kulturanweisungen

 

Nebenstehend finden Sie einige fachmännische Tipps rund um Ihre Erdbeerpflanzen. Bei richtiger Pflege werden Sie so viel Freude und maximale Erträge mit Ihren Pflanzen erzielen.

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BODENVORBEREITUNG

 

Erdbeeren stellen keine besonderen Ansprüche. Sie wachsen auf sehr leichten Sandböden und auch auf mittelschweren Lehmböden. Wichtig ist eine geeignete Vorkultur: niemals Erdbeeren nach Erdbeeren und auch nicht nach Frühkartoffeln (Gefahr durch Welkekrankheit) anbauen. Günstig sind Erbsen und Bohnen, Lupinen oder andere Gründünger und bei erdbeermüdem Boden Tagetes patula (Studentenblume). Wenn Stallmist verfügbar, unbedingt bereits zur Vorkultur im Frühjahr einarbeiten.


Wichtig sind: die gute Bodendurchlüftung (mind. 35 cm tiefe Bodenlockerung und evtl. Einbringen von Torf!), eine ausreichende Nährstoffversorgung und je nach Bodenart der richtige pH-Wert (Bodenanalyse durchführen lassen und danach Vorratsdüngung vornehmen). Eine ausreichende Wasserversorgung muss gewährleistet sein.

PFLANZZEIT UND PFLANZGUT

 

Die beste Pflanzzeit für Grünpflanzen: Ende Juli bis Mitte August. Man kann auch noch bis Mitte September pflanzen, muss sich dann aber mit geringerem Ertrag im 1. Kulturjahr zufrieden geben. Das zugeschickte oder abgeholte Pflanzgut wird bis zur Pflanzung (möglichst am Abend) an kühlem, schattigem Ort (z.B. im Keller) in den verschlossenen Kunststoffbeuteln gelagert. Kurz vor der Pflanzung wird es ausgepackt und bis zum Wurzelhals in Wasser getaucht (höchstens eine Stunde, niemals stundenlang wässern!)

PFLANZUNG

 

Die Pflanzen werden einzeln mit der Pflanzschaufel so gesetzt, dass die Wurzeln ungeknickt senkrecht in den Boden gelangen und das Pflanzenherz in Höhe der Bodenoberfläche verbleibt. Der Pflanzabstand richtet sich nach der vorgesehenen Kulturdauer. Richtwert ist ein Reihenabstand von 60-80 cm und ein Pflanzabstand in der Reihe von 30-40 cm. Den Boden um die Pflanze drückt man fest an und sorgt anschließend durch Begießen oder Beregnen für ausreichende Bodenfeuchtigkeit. Zu viel ist genauso schädlich wie zu wenig (Wurzelkrankheiten durch Staunässe, die oft erst im Folgejahr sichtbar werden!).

PFLEGE IM PFLANZJAHR

 

Das störungsfreie Anwachsen gelingt, wenn in den ersten 14 Tagen die gleichmäßige und nicht übermäßige Bodenfeuchtigkeit gewährleistet wird. Sobald die Pflanzen angewachsen sind (am Neuaustrieb von Herzblättern zu erkennen!), kann die Düngung erfolgen. Mineraldüngergaben vor oder zu der Pflanzung oder gleich danach führen zu Wurzelverbrennungen. Ein geeigneter Mineraldünger ist "Blaukorn" (z.B. Nitrophoska Perfekt), ein chlorarmer Volldünger. Wurde keine Bodenanalyse durchgeführt, so gilt als Richtwert: 50 g pro qm. Organische Dünger (z.B. Erdbeerspezialdünger, Hornmehl usw.) sind unsichere Nährstofflieferanten. Besonders bei trockener Witterung stellen sie nicht sicher, dass die Erdbeerpflanzen dann richtig ernährt werden, wenn sie es brauchen. Der Dünger wird breit gestreut und flach eingehackt/geharkt. Bis zur Winterruhe ist auf regelmäßiges Entfernen von auflaufendem Unkraut durch flaches Hacken zu achten. Dabei wird zugleich die Durchlüftung des Bodens günstig beeinflusst, die durch übermäßige Niederschläge leiden kann.

KULTURMASSNAHMEN IM 1. JAHR

 

Rechtzeitig im Frühjahr vor Beginn des Austriebs werden noch einmal 30-50 g Volldünger pro qm ausgestreut und flach eingearbeitet. Bis zum Blütebeginn muss regelmäßig das Unkraut entfernt werden. Die gleichmäßige Wasserversorgung ist jetzt und vor allem während der Fruchtentwicklung wichtig. Während der Blüte sollte vorbeugend dreimal gegen die gefürchtete Botrytis-Fruchtfäule gespritzt werden ("Scala", "Switch" u.a.). Unterlässt man diese Behandlung, so kann später bei ungünstigem Wetter ein Großteil der Ernte vernichtet werden. Unbedingt müssen die Früchte durch rechtzeitiges Ausbringen einer Unterlage, z.B. aus Stroh oder Holzwolle, vor Schmutz, Fäulnis, Schnecken und Tausendfüßen geschützt werden. Wegen der erhöhten Blütenfrostgefahr darf die Unterlage erst gegen Ende der Blütezeit ausgebracht werden. Nach der Ernte muss die Unterlage entweder entfernt (z.B. Holzwolle) oder eingearbeitet (z.B. Stroh) werden. Die sich bildenden Ranken schneidet man regelmäßig ab und hält die Kultur unkrautfrei. Ende August/Anfang September muss wieder gedüngt werden mit 50 g Volldünger pro qm, damit Ende September (Beginn der Blütenanlage für das nächste Jahr) ausreichend Nährstoffe zur Verfügung stehen. Gleichmäßige Wasserversorgung unterstützt die Nährstoffaufnahme in dieser Zeit.

KULTURMASSNAHMEN IM 2. JAHR

 

Im 2. Kulturjahr verzichtet man außer auf sehr leichten, durchlässigen Böden auf die Frühjahrsdüngung. Alle anderen Kulturmaßnahmen werden wie im 1. Jahr durchgeführt. Gut entwickelte, gesunde Bestände können noch ein 3. Jahr stehen bleiben. Durch ein Abmähen bzw. Abschneiden der Blätter sofort nach Ernteende lässt sich der Ertrag im 3. Kulturjahr günstig beeinflussen: die Pflanzen treiben frisch aus, Krankheiten werden verringert und die Früchte werden im Folgejahr größer. Länger als 3 Jahre sollte die Erdbeerkultur nicht stehen bleiben. Krankheiten und Schädlinge häufen sich, es werden verstärkt Pflanzenschutzmaßnahmen erforderlich, und außerdem bleiben die Früchte sehr klein.